DEIN WORT. MEIN GEBET: Hören & Mitbeten

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„Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir denen vergeben haben, die an uns schuldig geworden sind.“

Matthäus 6,12

 

 

„VATER UNSER,

 

ich bekenne: Ich bin schuldig.

Schuldig, so oft nicht zu leben,

und nicht zu lieben,

wie ich sollte.

 

Immer wieder

verletze ich Menschen –

Freunde, Kollegen,

und selbst meine Liebsten.

 

Ich verletze

mit unachtsamen Worten,

und manchmal auch mit gemeinen,

mit Gleichgültigkeit und Egoismus,

und gehe über dein

Gebot der Liebe hinweg,

als wäre es nichts –

und das, wo es doch alles ist,

weil du die Liebe bist!

 

Einzugestehen,

dass auch ich Schuld trage

und nicht nur andere,

fällt mir nicht leicht.

 

Doch dann erinnere ich mich daran,

wie gern du vergibst.

Dass du treu bist

und gerecht bist

und dass du keine Listen führst,

und das macht es ein bisschen leichter.

 

Und so komme ich vor dich

als die, die ich bin.

Ich höre auf,

meine Dunkelheiten schönzureden

oder mich in Ja-Abers zu flüchten.

 

Ich nenne meine

heillosen Worte und Taten

beim Namen,

ehrlich und ungeschönt.

 

Und mit einem Mal weiß ich,

dass ich mich nun

nicht länger fürchten muss,

vor ihrer zerstörerischen Macht,

weil du sie wegträgst,

und mich trägst

und mir vergibst,

 

Wenn du aber so liebst,

und wenn du so vergibst –

wie kann ich dann die,

die an mir schuldig geworden sind,

für immer gefangen halten?

 

Darum bitte ich dich, barmherziger Vater:

Schenk mir ein neues Herz,

ein weiches Herz,

ein heiliges Herz.

Das vergibt – so wie du.

Und das liebt – so wie du.

 

Amen.“

 

 

SABINE MÜLLER ist Herausgeberin von MINDO.

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