Wie heißt’s?
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Geistliche Pausen für dein Leben
Wer hat’s geschrieben?
Heiko Metz, Jahrgang 1978, ist Autor und Theologe. Er lebt mit seiner Familie in Marburg, wo er als Redaktionsleiter bei der „Stiftung Marburger Medien“ tätig ist. Metz liebt es, heilsame Spiritualität erfahrbar zu machen. MINDO-Lesern ist er als Autor der Serie „Ruheinseln“ bekannt.
Worum geht‘s?
Für Heiko Metz wurde eine schmerzliche Erfahrung von Erschöpfung und Burn-out zum Wendepunkt. Statt Effizienz, immer höherem Tempo und Leistungsdruck hat er die wohltuende Wirkung von kleinen geistlichen Pausen und aufmerksamen Momenten für Gottes Gegenwart entdeckt. Durch seine eigene Erfahrung liegt ihm besonders am Herzen, dass Spiritualität ohne Leistung und Druck gelebt wird und dafür Impulse weiterzugeben.
Sein Buch möchte daher ein Wegbegleiter sein hinein in die Spiritualität im Alltag. Kein extra Sachbuch, das man auch noch lesen muss. Sondern Worte, die einen einladend an die Hand nehmen, jetzt und hier innezuhalten. Dazu bietet es viele Ideen, wo man Rituale im Alltag verankern könnte. Dabei geht es nicht um weitere aufwändige To-dos neben einem ohnehin schon vollen Terminkalender. Sondern darum, ganz organisch Möglichkeiten für geistliche Pausen am Tag zu finden. Zum Beispiel den morgendlichen Kaffee bewusst zu trinken und dabei ein kleines Atemgebet zu sprechen. Oder eine Minute aufmerksam aus dem Fenster zu schauen, bevor man sich an den Schreibtisch setzt, und dabei Gott den Tag anzuvertrauen.
Metz lädt immer wieder dazu ein, sich kurz unterbrechen zu lassen und die Hände für einen Moment in den Schoß zu legen. In einer Zeit, in der ein hohes Tempo und ständiges Beschäftigtsein selbstverständlich sind, mag Nichtstun verdächtig wirken. Doch genau diese Ruhepausen geben uns unsere menschliche Würde und erinnern uns daran, dass wir Geschöpfe sind. Geschöpfe, die ruhen dürfen, weil sie wissen, dass der Lauf der Welt nicht von ihnen und ihrer Arbeit abhängt.
Wie ich es finde.
Mir gefällt die Ehrlichkeit, die Tiefe und die Poesie, mit denen Heiko Metz schreibt. Oft bin ich an Sätzen oder Zeilen hängengeblieben, voller Dichte und Wortgewandtheit, die mich aufhorchen haben lassen. Metz gibt viele unterschiedliche Anregungen und Inspirationen, spirituelle Pausen im Alltag zu integrieren, ob in den alltäglichen Ritualen, in der Natur, verbunden mit dem Atem oder im Feiern von Höhepunkten – darin liegt eine große Freiheit und Wahlmöglichkeit. Einige wenige Entscheidungen für mehr Aufmerksamkeit reichen.
Die elf Kapitel oder Teile davon kann man gut zwischendurch oder am Morgen lesen. Sie sind knapp gehalten und man kann sich einfach ein paar Gedanken rausnehmen. Dazu gibt es immer wieder freie Zeilen zur Reflexion und kurze, verdichtende „Goldworte zum Mitnehmen“.
Besonders hat mich der Aspekt „Ruhen als geistliche Gegenkultur“ angesprochen. Dort fasst der Autor zusammen: „Wer ausruht, sagt nein zum Getriebensein – und ja zum Leben.“
Diese Freiheit atmet das Buch und macht es einem leicht, selber mit ersten Mini-Pausen zu beginnen, die uns für einen Moment innehalten und aus dem Hamsterrad des Alltags aussteigen lassen.
Wer sollte es lesen?
Menschen, die sich nach Stille und mehr Ruhe in einer schnelllebigen Zeit sehnen, die sich gleich schuldig fühlen, wenn sie mal nichts tun, die sich im Alltag gestresst oder getrieben fühlen. Besonders für all jene, die sich tief innen über Tun und Leistung definieren, wird das Buch ein heilsamer Begleiter und Augenöffner sein. Dazu bereichern die vielen Anregungen, wie man im Alltäglichen für Gottes Gegenwart offen und empfänglich leben kann, vor allem glaubende Menschen.
Wo ist es erschienen?
Neukirchener Verlagsgesellschaft, 223 Seiten, Hardcover, EUR 20,–
ANDREA SPECHT
ist Autorin und Lektorin und lebt mit ihrer Familie in Potsdam (www.textgehalt.de).