Wie heißt’s?

„StehaufMensch! – Was macht uns stark? (K)ein Resilienzratgeber“

 

Wer hat’s geschrieben?

Samuel Koch, 31, verheiratet, ehemaliger Kunstturner, vielen zunächst bekannt als „der mit dem Unfall“. In der Fernsehsendung „Wetten, dass..?“ verletzte er sich 2010 und ist seitdem vom Hals abwärts gelähmt. 2014 erhielt er als erster Rollstuhlfahrer das Schauspieldiplom. Als festes Mitglied im Ensemble des Theaters Mannheim, im TV, auf Lesereisen und Veranstaltungen inspiriert er sein Publikum. Seine ersten beiden Bücher, „Zwei Leben“ und „Rolle vorwärts“, sind Bestseller.

 

Wo ist es erschienen?

Das Buch erscheint am 11. Januar 2019 im adeo Verlag, Asslar, 2019, 208 Seiten, 20 Euro

 

Worum geht’s?

Resilienz beschreibt die Fähigkeit, Probleme zu bewältigen und widerstandsfähiger zu werden. Doch dies ist nicht der x-te Fünf-Punkte-Plan, den Sie nur abarbeiten müssen, um mehr Abwehrkräfte zu erhalten. Vielmehr sind es die persönlichen Erfahrungen, mit denen uns Samuel Koch auf eine Reise zu uns selbst nimmt. Beispiele von ihm und anderen wollen mehr Inspiration sein als Ratgeber für die Frage: Was gibt Kraft?

Um das Problem an der Wurzel zu packen, muss jeder aus sich heraus eigene Maßstäbe entwickeln. Grundlage bleiben verlässliche Werte, die zu persönlichen Kraftquellen werden und wie ein innerer Kompass wirken. Daher geht es im Detail um 18 Werte-Begriffe, die zu einem inneren Gerüst werden, das gerade in schwierigen Zeiten beim Bewältigen und Aufrichten hilft. Denn nur eine solche Grundlage befähigt, sich selbst oder auch anderen in schweren Situationen helfen zu können. Die abschließenden Tipps und Vorschläge zeigen Möglichkeiten auf, Wege aus schlechten Zeiten zu finden.

 

Wie ich es finde.

„Wie makaber!“ war mein erster Gedanke als ich den Titel las (der auf den ersten Blick „Steh auf, Mensch!“ lautet und nicht „Stehaufmensch!“) und daran dachte, dass Samuel Koch als Tetraplegiker aktuell weit davon entfernt ist, das physisch umsetzen zu können. Verbucht habe ich es unter Selbstironie. Und die blitzt beim Lesen auch immer wieder durch und beeindruckt mich in demselben Maß wie sie meine pure Freude am Lesen beflügelt – kurzum: Man liest das Buch einfach gerne! Gleichermaßen durchzieht das Ganze ein Gedanke: „Du, Leser, musst aktiv werden! Du musst wollen, reflektieren, dich auseinandersetzen und (noch einmal neu) erfinden!“

Das hört man freilich lieber von jemandem, der schon tiefe Tiefen durchlebt hat und weiß, wovon er spricht. Dadurch wirkt es echt und ermutigt, selbst loszugehen. Die Aufmachung des Buches erinnert gleichfalls an eine Art Arbeitsbuch: von der Haptik des Einbands, über die Strukturierung Punkt für Punkt bis hin zu Bildern und Aufmachung im Comic-Stil, Daumenkino inklusive.

 

Wer sollte es lesen?

Wer bereit ist, ehrlich auf sich zu schauen und auch die dunklen (oder etwas schattierteren) Ecken gerne mal auskehren würde, ist richtig. Neue innere Stärke ist die Belohnung.

 

 

MARION WEIL arbeitet als IT-Assistentin sowie in der Spenderbetreuung von „Die Arche – Christliches Kinder- und Jugendwerk e. V.“.

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