„Planung ist das halbe Leben“ – mit diesem Satz bin ich groß geworden. Schon allein von meiner Persönlichkeit her plane ich grundsätzlich gerne, obwohl ich gerne auch spontan bin und die Dinge auf mich zukommen lasse. Was mir am Planen am meisten Spaß macht, ist die Vorfreude: Wer plant, weiß, was auf ihn zukommt, und kann sich schon lange vorher darauf freuen – oder sich darauf freuen, dass etwas zu einem bestimmten Zeitpunkt abgehakt ist!

 

Nun höre ich von Singles immer wieder, dass sie ja viel mehr planen müssten als alle Paare und Familien. Was bei ihnen oft vorgegeben sei oder sich eben so ergebe, müssten Singles und Alleinlebende sich mühsam erarbeiten: Den Ausflug am Wochenende, die Tischgemeinschaft am Sonntag, den Sommerurlaub, die wirtschaftliche und rechtliche Absicherung.

 

Das stimmt. Einerseits. Andererseits weiß ich: Je mehr Personen ich beim Planen unter einen Hut bringen muss, desto anspruchsvoller wird es.

 

Und da ich als Single ja nicht im selbstmitleidigen Blick auf die Herausforderungen meines Lebens steckenbleiben will, gibt es hier in den nächsten drei Monaten eine kleine Themenreihe zum Thema Planen.

 

Welcher Planungs-Typ bist du?

Ich starte also mal mit einer grundsätzlichen Frage: Wie schwer oder leicht fällt dir das Planen?

 

Deine Antwort hängt im Kern von deiner Prägung und Persönlichkeit ab. Wie auch immer du tickst: Ich möchte hier für eine individuelle Planungs-Strategie werben, denn ich habe gelernt und erlebe es immer wieder, dass die richtige Planung Dinge nicht nur einfacher, sondern oft auch erst möglich macht.

 

Und wie so vieles hängt beim Planen eigentlich alles von deiner Entscheidung ab. Wenn es um Zeitplanung geht, geht’s im Kern um diese Fragen: Was ist dir wichtig? Und wie verteilst du in der Folge deine Zeit und deine Ressourcen? Ich merke: Auf was ich keine Lust habe und was mir nicht wichtig ist, das plane ich auch nur halbherzig ein.

 

Um herauszufinden, wo meine Prioritäten liegen, nutze ich gerne die Eisenhower-Methode. Die hat ihren Namen von dem US-amerikanischen Präsidenten und unterteilt Aufgaben auf mehrfache Weise in „dringend“ und „wichtig“:

 

Alles, was unter Prio A landet, liegt auf meinem Schreibtisch. Prio B und C werden in meinem Kalender eingeplant und zwischenzeitlich in einem entsprechenden Ablagekorb aufbewahrt. Prio D mag ich am meisten – denn das ist schnell erledigt.

 

Plane dein Leben!

Mit dieser Methode kannst du dein ganzes Leben planen: Deinen Tag, deine Woche, deinen Monat, dein Jahr. Deine Projekte – privat, im Job, im Ehrenamt. Oder deine Partnersuche – was, die auch?! Ja, die auch – wenn du willst!

 

Einer guten Freundin von mir war immer klar, dass sie nicht Single bleiben will. Und so hat sie Partnerschaft und Heirat tatsächlich geplant: Jahrelang war sie quasi jeden Sonntag woanders im Gottesdienst (Planung Prio A: „Wo gehe ich am kommenden Sonntag hin?“) und hat viele Events besucht (Planung Prio B: „Welche Events sind in den kommenden Wochen interessant?“), sich bei Online-Partnerbörsen angemeldet (Planung Prio C: „Das Matching machen erst mal andere für mich“) – alles mit dem Ziel, den Partner fürs Leben zu finden. Und tatsächlich: Ihr Plan ging auf!

 Foto: stock.adobe.com | Halfpoint

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Wie schwer oder leicht fällt dir das Planen? Deine Antwort hängt im Kern von deiner Prägung und Persönlichkeit ab.

Du merkst vermutlich: Planung braucht Zeit und Kraft. Mich nervt das oft: Aber präzise meinen Kalender zu füllen, braucht Zeit und Energie. Tatsächlich lohnt es sich, wenn ich mir diese Zeit nehme, denn anschließend sehe ich oft klarer und weiß, was auf mich zukommt – und dass das alles funktionieren kann (oder auch nicht, dann kann ich frühzeitig eingreifen und streichen!).

 

Plane großzügig!

Darf ich dir noch einen Tipp geben in Sachen Zeitplanung? Plane großzügig. Je zahlreicher die Aufgaben in meinem Job werden, desto detaillierter plane ich – und desto großzügiger! Ich habe mir angewöhnt, den unterschiedlichen Kalender-Slots viel Zeit einzuräumen. Oft schenke ich mir auf diese Weise Spielräume, die ich gut nutzen kann.

 

Also: Los geht’s mit dem Planen! Setze dir Ziele und überlege, welche konkreten Schritte notwendig sind, damit du dich dem Ziel näherst und es hoffentlich auch erreichst.

Tina Tschage

hat Theologie studiert und das Handwerkszeug der Redakteurin erlernt. Sie lebt als Single-Frau in einer christlichen Gemeinschaft in München und arbeitet freiberuflich als Coach, Speakerin und Autorin.

 

 

www.tina-tschage.de

 

www.trau-frau.de

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