„Ich würde mich selbst nicht als depressiv bezeichnen, aber wenn der Winter seine unschöne Seite zeigt, verfalle ich regelmäßig in Weltuntergangsstimmung. Am liebsten würde ich mich dann einfach ins Bett legen, mir die Decke über die Ohren ziehen und erst im Frühjahr wieder aufstehen. Was kann ich tun, damit ich nicht Jahr für Jahr in das gleiche Loch falle?“

 

 

Es gibt viele Menschen, die mit Stimmungsschwankungen zu kämpfen haben, wenn Herbst und Winter Einzug halten. Die Tage sind kürzer, die Sonne lässt sich seltener blicken und Regen, Schnee und Kälte sorgen auch nicht gerade dafür, dass wir uns wohlfühlen. Am liebsten würden wir gleich im Bett bleiben, denn die Tage sind alles andere als einladend.

 

Wenn es draußen ungemütlich ist, ist es besonders wichtig, dass wir es uns drinnen gemütlich machen. Unser Zuhause soll ein Ort sein, an dem wir uns wohlfühlen, an den wir gerne kommen und wo wir dem trüben Wetter entfliehen können. Sperren Sie den Trübsinn aus, schaffen Sie mit Kerzen Gemütlichkeit und stellen Sie sich jede Woche einen frischen Blumenstrauß in die Wohnung, wenn es draußen keine Blumen mehr anzuschauen gibt! Sehen Sie sich einen schönen Film an, hören Sie mal wieder bewusst – und nicht nur nebenbei – eine CD, die Sie besonders mögen oder verwöhnen Sie sich selbst mit einem tollen Essen oder laden Freunde dazu ein. So banal das klingen mag – all diese kleinen Dinge helfen ganz praktisch, denn sie lenken den Blick auf das Schöne – auf das, was uns guttut und uns fröhlich macht. Was Ihre persönliche Stimmung hebt, können Sie nur selbst herausfinden, aber werden Sie aktiv und warten Sie nicht darauf, dass sich die Stimmung von alleine bessert.

 

Nicht jede kurzzeitige Verstimmung ist gleich eine Depression. Wenn sich Ihre Stimmung jedoch über Wochen hinweg verschlechtert, sprechen Sie bitte Ihren Hausarzt an!

Wer mit wetterbedingten Stimmungsschwankungen zu kämpfen hat, der sollte auch seine Freizeit gut planen, damit negative Gefühle ihn nicht plötzlich überfallen und lähmen. Verbringen Sie doch am Wochenende mal wieder einen ganzen Tag im Schwimmbad mit Whirlpool und Sauna, wenn Ihnen das guttut – ansonsten können vielleicht auch schon die Badewanne zu Hause und ein gutes Buch helfen. Besuchen Sie mal wieder ein Museum oder schauen Sie, welche Veranstaltungen in Ihrer Nähe Sie interessieren. Werden Sie auf alle Fälle auch in Sachen Freizeit aktiv und überlassen Ihre Wochenenden nicht dem Zufall. Und vor allem behalten Sie im Blick, dass auf jeden Winter wieder ein Frühling folgt, auf den Sie sich auch jetzt schon freuen können. Nutzen Sie die Zeit, um eventuell schon den Urlaub des nächsten Jahres zu planen, schauen Sie sich die Fotos vom letzten Sommer an und träumen Sie ruhig mal wieder öfters.

 

Nicht jede kurzzeitige Verstimmung ist gleich eine Depression. Wenn sich Ihre Laune jedoch über Wochen hinweg verschlechtert, Sie sogar das Interesse an Dingen verlieren, die Ihnen sonst Spaß machen, Sie sich häufig wirklich traurig und bleiern fühlen und sich zusätzlich körperliche Symptome wie Energielosigkeit und Schlafstörungen einstellen und Sie in kurzer Zeit ungewollt viel zu- oder auch abnehmen, sprechen Sie bitte Ihren Hausarzt an. All diese körperlichen Missempfindungen können auf eine echte Depression hinweisen, die der Behandlung bedarf. Und wenn dem so wäre, sollten Sie keine Zeit verlieren, entsprechende Hilfe in Anspruch zu nehmen.

 

INGE FRANTZEN

ist Systemische Lebensberaterin (IGNIS) und Redakteurin bei MINDO.

E-Mail: inge.frantzen@mindo-magazin.de

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